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Zukünftig werden bei den Emissionen eines Autolebens auch Herstellung und Rohstoffbeschaffung mit berücksichtigt
Zukünftig werden bei den Emissionen eines Autolebens auch Herstellung und Rohstoffbeschaffung mit berücksichtigt (13.10.2025)

Parkplatz mit AutosLaut Meldung des ADAC wird künftig das Fahrzeugtestprogramm Green NCAP, dem auch der ADAC angehört, nach einem neuen Standard arbeiten. Erstmals weltweit wird in einem Nachhaltigkeits-Bewertungssystem für Autos der komplette Lebenszyklus eines Fahrzeuges betrachtet – von der Herstellung bis zum Lebensende. Die Ergebnisse der aufwändigen Tests und Erhebungen sind ab sofort über www.adac.de/greenncap abrufbar. Bislang wurden zwölf Fahrzeuge nach dem neuen Analyseschema bewertet.

Kleine und sparsame Elektroautos wie der Mini Cooper E und Fiat 600e schneiden hier besonders gut ab und erhalten auf Anhieb die Bestwertung von 5 Sternen. Dass Elektroautos nicht per se ein Top-Ergebnis einfahren, sieht man am 2,7 Tonnen schweren SUV Kia EV9, der nur drei Sterne erreicht. Der umweltschonendste Benziner ist der Hyundai i20 1.0 T-GDI (3,5 Sterne).

Im Testverfahren von Green NCAP liegt der Fokus auf den Umweltauswirkungen eines Fahrzeuges. Dabei spielten bislang vor allem die Kraftstoffeffizienz und die Emissionen durch Abgase bei der Fahrt eine Rolle. Neu ist nun, dass eine komplette Lebenszyklus-Analyse (LCA) für die Bewertung herangezogen wird. Diese berücksichtigt auch Faktoren wie die Rohstoffgewinnung, Fahrzeug- und Batteriefertigung, Transport sowie Wartung, Recycling und Entsorgung. Für den Vergleich wird eine Lebensdauer von 16 Jahren und 240.000 km angenommen. Die Bewertung erfolgt nach wie vor nach dem NCAP-Sterne-Schema von einem bis fünf Sterne (Bestnote). Die Sternebewertung basiert auf einem Gesamtergebnis das sich zu je einem Drittel aus dem „Clean Air Index“, dem „Energy Efficiency Index“ und dem „Greenhouse Gases“ zusammensetzt. Weitere Hintergründe dazu gibt es hier.

Der Aufbau einer kompletten LCA-Analyse stellte das Konsortium von Green NCAP vor eine große Aufgabe, denn anders als Abgaswerte, die im Betrieb aktiv gemessen werden können, müssen die Emissionen aus der Herstellung auf anderem Weg erhoben werden. Das Programm kombiniert künftig fortschrittliche Straßen- und Labortests unter verschiedenen Bedingungen mit allgemeinen LCA-Berechnungen auf Basis anerkannter, begutachteter Methoden und Datenquellen. Für einige Parameter (z. B. Produktion) werden regionale Durchschnittsfaktoren angewendet, um den Umweltstatus der Industrie in verschiedenen Regionen widerzuspiegeln. Gerade bei Elektrofahrzeugen zeigt die LCA wichtige Informationen zur Umweltbilanz: Auch wenn sie auf der Straße keine Emissionen verursachen, entstehen Treibhausgase bereits vor der ersten Fahrt – wie auch bei Verbrennern, wenn auch in geringerem Maße. Green NCAP berücksichtigt zudem auch den Schadstoffausstoß aus der Energieversorgung, etwa aus Fabriken und Kraftwerken, die Kraftstoffe oder Strom produzieren. Neu ist auch, dass in die Bewertung künftig auch Nicht-Abgasemissionen aufgenommen werden – etwa durch Partikel aus Bremsen- und Reifenabrieb.

Der ADAC ist als Verbraucherschützer als Gründungsmitglied im Green NCAP-Konsortium vertreten und hat durch die langjährige Erfahrung im Bereich Emissionsmessungen und Elektromobilität maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Testmethoden und den Erfolg des internationalen Testkonsortiums.

Quelle: https://presse.adac.de/meldungen/adac-ev/technik/green-ncap-bewertet-erstmals-alle-emissionen-eines-fahrzeuglebens.html

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