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Modernisierung von Ölheizungen: Nachhaltige Förderung besser als Abwrackprämie (12.08.2019)

Deutschlandweit entsprechen fast zwölf Millionen Gas- und Ölheizungen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik.

Die von der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer vorgeschlagene Abwrackprämie für Ölheizungen kann eine nachhaltige Klimaschutzstrategie im Gebäudebereich nicht ersetzen.

"Es ist sinnvoll, alte Heizungen gegen neue, effizientere Geräte auszutauschen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich die technischen Voraussetzungen und Anforderungen von Haus zu Haus unterscheiden", erklärt Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). "Gerade im ländlichen Raum gibt es in vielen Fällen zum Einbau einer effizienten Öl-Brennwertheizung, insbesondere als Hybridheizung in Kombination mit erneuerbaren Energien, keine technisch sinnvolle oder bezahlbare Alternative. Allein solche Maßnahmen ermöglichen CO2-Einsparungen von rund 50 Prozent. Durch Dämmung der Gebäudehülle lässt sich dieser Wert noch weiter steigern." Auch deswegen sollten Programme zum Austausch alter Heizkessel nachhaltig, dauerhaft und technologieoffen gestaltet werden.

Deutschlandweit entsprechen fast zwölf Millionen Gas- und Ölheizungen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Dementsprechend groß ist der Modernisierungsbedarf. Doch die Sanierungsquote stagniert auf niedrigem Niveau. "Wir brauchen viel mehr Modernisierungen. In Anbetracht der enormen Herausforderungen bei der Wärmewende haben wir noch einen Marathonlauf vor uns, keinen Sprint. Eine kurzfristig angelegte Abwrackprämie ist hierfür nicht das passende Instrument. Viel wichtiger wäre es, für Hauseigentümer langfristig verlässliche Rahmenbedingungen und, damit verbunden, dauerhafte Anreize zu schaffen - zum Beispiel in Form einer attraktiven steuerlichen Förderung für Sanierungsmaßnahmen", so Willig.

CO2-Emissionen bereits um 45 Prozent reduziert

Technologische Vorgaben sollten dabei, laut Willig, vermieden werden: "Wichtig ist, dass die CO2-Emissionen im Gebäudebereich sinken. Wie das umgesetzt wird, sollten die Eigentümer selbst entscheiden können." Hier gebe es vielfältige Optionen, zum Beispiel die Kombination moderner Öl-Brennwertheizungen mit Photovoltaik oder Solarthermie. "Die Treibhausgasminderung bei ölbeheizten Gebäuden seit 1990 beträgt bereits beachtliche 45 Prozent", berichtet Willig. Daher sei es wichtig, dass auch derartige Lösungen bei der künftigen Gestaltung von Rahmenbedingungen anerkannt werden.

Klimaneutrale Perspektive

"Darüber hinaus haben moderne Brennwertgeräte durch den künftigen Einsatz treibhausgasreduzierter Energieträger, wie fortschrittlichen Biobrennstoffen oder E-Fuels, langfristig eine CO2-neutrale Perspektive", betont Adrian Willig. Dass Haushalte mit Ölheizung die Klimaziele so erreichen können, hat erst kürzlich eine aktuelle Studie des ITG Dresden gezeigt.

 

Quelle: Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO)

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