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Gesetz zur Treibhausgasminderung: Raffinerien und Krafststoffe grüner machen (23.04.2021)

Bundestag und Bundesrat müssen die Chance ergreifen, Raffinerien und damit den Straßen- und Luftverkehr in Deutschland klimafreundlicher zu machen. „Das Gesetz für mehr Klimaschutz im Verkehr ist auf einem guten Weg. Was im Entwurf fehlt, ist die Anerkennung wesentlicher nachhaltiger Technologien, um die Raffinerien und Kraftstoffe grüner zu machen“, sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen bei der Anhörung im Bundestags-Umweltausschuss zum Entwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote.

Das vom Bundesumweltministerium angestoßene Gesetz sieht eine Quote von 22 Prozent Treibhausgasminderung im Verkehr bis 2030 gegenüber 1990 vor. Dazu Küchen: „Das Ziel ist ehrgeizig, aber richtig. Als Branche, die den Löwenanteil der Energie für den Verkehrssektor bereitstellt, sehen wir uns in der Verantwortung, in dieser Dekade einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz in diesem Sektor zu leisten.“

Landwirtschaftliche Reststoffe nutzen

Dafür müssten so schnell wie möglich auch nachhaltige alternative Rohstoffe in Raf-finerien auf die Treibhausgasminderung angerechnet werden können: land- und forstwirtschaftliche Reststoffe, Klär- und Gärrückstände sowie Abfallstoffe zum Bei-spiel aus der Papierindustrie. „Dieses Co-Processing von Rohöl und biogenen Rohstoffen ist in vielen europäischen Nachbarländern bereits möglich. Hier muss der deutsche Gesetzgeber jetzt nachlegen“, forderte Küchen.

„Viele nachhaltige Flugkraftstoffe etwa können in der benötigten Qualität überhaupt nur auf diesem Wege erzeugt werden“, so Küchen weiter. „Mit der Anerkennung des Co-Processings sind somit Investitionsentscheidungen an vielen deutschen Stand-orten verbunden, die durchaus in den Milliardenbereich gehen können.“

Qualifizierte Arbeitsplätze sichern

Das Co-Processing sei ein Schlüssel, um den Umbau der Raffinerien zu klimaneutralen Produkten auf volkswirtschaftlich sinnvollem Weg zu erreichen: „Bestehende Anlagen können so angepasst werden, dass sie zunehmend erneuerbare nachhaltige Rohstoffe verarbeiten können.“ Die Gewerkschaften unterstützten diesen Schritt, da Raffinerien industrielle Wertschöpfungsketten mit der chemischen Industrie bilden und somit auch viele qualifizierte und international wettbewerbsfähige Arbeitsplätze damit verbunden seien.

Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.

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